Die Geburt unseres dritten Babys nach dem Verlust unseres Sternenkindes

Es war meine dritte Schwangerschaft. Wir haben bereits eine Tochter von 3 Jahren und letztes Jahr ein Kind in der 12 Schwangerschaftswoche verloren. Unser Sternenkind. Dies war besonders für mich sehr schwer. Unser Kind wurde im Krankenhaus aus meinem Bauch genommen. Danach blieb nur ein großes Gefühl von Leere. Mein Mann beschrieb den Verlust wie

ein Geschenk, das man nie auspacken darf und wieder zurückgeben muss

Unser Kind wurde gemeinsam mit anderen Sternenkindern in einem Sternengrab beerdigt. Das empfand ich als sehr tröstlich und bedeutet mir viel. Es gab einen Trauergottesdienst, der sehr wertvoll gestaltet war und für mich ein Schritt des Loslassens und Frieden Findens war. Ich empfinde es als sehr wertvoll einen Ort zu haben, zu dem wir gehen können um unserem Kind auch nach zu sein. Aufgrund unserer Geschichte war die dritte Schwangerschaft geprägt von Sorgen und Ängsten nochmals einen Verlust erleben zu müssen Lange wollte ich mich nicht intensiv mit der Schwangerschaft beschäftigen.

Erst als ich unser Kind mehr und mehr spüren konnte, gewann ich Vertrauen und Zuversicht

Unser Kind lag lange quer in meinem Bauch und bis zur 38. SSW in Beckenendlage. Ich war schon zur Beratung in der Klinik. Worauf ich verunsichert wurde, dass das Kind noch zu klein sei und es unter diesen Umständen zu schwach für eine natürliche Geburt wäre. Glücklicherweise war dem nicht so. In der 38 SSW hat sich unser Kind in die Schädellage begeben und konnte ganz natürlich und mit einem Geburtsgewicht von 3320g auf die Welt kommen. Ich hatte zuvor eine Behandlung von einer Osteopathin die, wie sie sagt „im Becken mehr Raum geschaffen“ hat. Beim nächsten Frauenarzttermin lag unser Kind dann in Schädellage, obwohl ich die Drehung nicht bewusst wahrgenommen habe. Die Geburt war für uns im Rückblick gut. Vor der Geburt habe ich mich mit Hypnose (Die friedliche Geburt) beschäftigt und fand es für den Weg der Geburt hilfreich. Die Geburt ging zügiger voran als bei unserem ersten Kind und ich benötigte keine Interventionen. Ich war sehr bei mir und fühlte mich mit unserem Kind verbunden. Uns begleitete durch die Geburt eine tolle erfahrene Hebamme. Eine Ärztin kam erst nach der Geburt dazu. Meine erste Tochter gebar ich im Liegen aufgrund einer PDA, jetzt konnte ich die Schwerkraft mehr nutzen und bekam unser Kind im Stehen, was ich als angenehmer empfand.

Unser Kind wurde direkt in meine Arme geboren und da wir das Geschlecht vorher nicht wussten, war es wunderschön von einem Mädchen überrascht zu werden.

Die Geburt war Mitten in der Coronazeit, und wir hatten im Vorhinein viele Befürchtungen. Darf mein Mann mich begleiten? Unter welchen Umständen wird unser Kind geboren? Was ist mit Ansteckung? Wir sind dankbar für die Klinik, in der wir waren. Das Personal trug Mundschutz aber bei uns wurde in den Räumen davon abgesehen. Mein Mann durfte die ganze Zeit bei mir sein und mich auch auf der Wöchnerinnenstation einmal am Tag besuchen. Leider durfte unsere Tochter nicht zu Besuch kommen, daher entschied ich mich früher nach Hause zu gehen und die U2 vom Kinderarzt bei uns zu Hause zu machen. Im Wochenbett erlebten wir viel Ruhe für uns. Wenig Besuche halfen, uns erstmal als Familie einzufinden, uns kennenzulernen, und auch viel Zeit unserer großen Tochter zu schenken, um sich an die neuen Familienrollen zu gewöhnen.

Ich habe das Gefühl das unser drittes Kind was Besonderes hat. Es trägt die Dankbarkeit in sich, die wir fühlen. Man sagt nach einem Sternenkind folgt ein Regenbogenkind, das vielleicht ein Stück vom Himmel mitbringt.