Es war mein erstes Kind.

Ich hatte mir eine komplikationsfreie natürliche Geburt ganz anders vorgestellt: Klassisch mit in regelmäßigen Abständen wiederkehrenden Kontraktionen im Unterleib, die im Laufe vieler Stunden immer intensiver und auch unerträglich werden würden. Auf die Gabe von Schmerzmittel über die Vene war ich eingestellt. Aber was ich auf keinen Fall wollte war eine PDA. Ich bin generell kein Freund von Nadeln und bei der Vorstellung so tief und für meine Begriffe mit einer gewissen Gefahr zwischen die Wirbel zu stechen stellte es mir alle Nackenhaare auf. Ich hatte in der Vergangenheit über einige Jahre mit sehr starken Menstruationsschmerzen zu kämpfen – so stark, dass mein Mann als er mich zum ersten Mal so sah fragte, ob er die Rettung rufen soll. Dank Osteopathie hatte ich das zwar schon sehr gut im Griff, aber ich konnte mir ein Bild von möglichen Schmerzen machen und rechnete auch damit, dass sie noch schlimmer ausfallen würden. Ich hoffte also es ohne PDA zu schaffen. Zunächst muss ich euch aber einen Einblick in meine Vorgeschichte geben.

Gynäkologische Kontrolle in SSW 33

Ich hatte während meiner Schwangerschaft schon länger immer wieder auftretende Übungswehen, die leicht kamen. Bisher schien es nichts Ungewöhnliches. Sobald ich mich minimalst anstrengte oder etwas schneller erledigte traten die Übungswehen aber nun rascher auf. Dazu zählten Dinge wie duschen, unter kurzem Zeitdruck etwas zu suchen, über Themen sprechen, die mich stressten. Als ich das meiner Gynäkologin berichtete, meinte sie, dass das nicht normal sei, untersuchte mich und stellte einen verkürzten Gebärmutterhals fest. Das Baby saß auch schon fest im Becken. In Schädellage lag er ja schon seit der SSW 24. Ich musste sofort in die Klinik weil die Gefahr bestand, dass das Baby zu früh kommt. Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet und so überrollten mich vor lauter Ungewissheit was wohl passieren wird zunächst meine mütterlichen Hormone. Zusätzlich lag ich noch nie im Krankenhaus und alles war neu für mich. Ich bekam Wehenhemmer, das Hormon Progesteron und Antibiotika. Für das Baby gab es noch die Lungenreifung. Das CTG war unauffällig und ich erholte mich schnell vom ersten Schock und den vielen neuen Eindrücken. Ich versuchte es positiv zu sehen und die Klinik samt Personal schon mal kennenzulernen. Ich durfte nur im Bett liegen und bekam täglich etwas zur Thrombose Vorbeugung gespritzt.

Nach zwei Nächten durfte ich die Klinik verlassen.

Für die nächsten drei Wochen, also den gesamten Juli bekam ich absolute Ruhe und noch einige Medikamente zum Weiter einnehmen verordnet. Dazu zählten auch die täglichen Thrombose Prophylaxe Spritzen, die ich mir nun selbst injizieren sollte. Ich kann das Stechen von Nadeln aber nicht mal sehen und mein Mann traute sich das zunächst nicht zu und hatte auch zu großen Respekt davor. Ich versuchte stark zu sein und dachte, dass ich diese Phobie für mein Kind nun überwinden muss. Es war nicht leicht und Stress pur für mich. Es hat beim ersten Mal 6 Stunden gedauert bis ich mich überwinden konnte mir in die Haut zu stechen. Ich dachte nur: „Ich soll mich entspannen und dann das. Das ist doch alles kontraproduktiv. Die Ärzte redeten sich das so leicht.“ Ich entwickelte nach und nach Strategien, um mich ein bisschen selbst auszutricksen und es weniger stressig zu machen, aber gewöhnen konnte ich mich nicht daran. Mal ging es besser, mal schlechter. Bei der Kontrolle eineWoche später staunte ich nicht schlecht als mir der Vertretungsarzt sagte, dass er den Kopf bereits ertasten konnte. Soweit war aber alles in Ordnung und er war zuversichtlich, dass das Baby im Juli nicht zur Welt kam und meinte zu mir:

„Sie schaffen das.“

Ich hatte schon zuvor Rückenschmerzen, aber durch das ewige Liegen auf der Seite und die fehlende Bewegung wurden sie immer schlimmer. V. a. der unteren Rücken und das Gesäß machten mir zu schaffen. Während der Ruhe zu Hause überkamen mich plötzlich große Geburtsängste und Sorgen. Bis dahin wusste ich, dass die Geburt kein Zuckerschlecken ist, aber hatte irgendwie ein Urvertrauen, dass alles gut werden würde. Ich wurde also sehr unruhig und nervös – ich schaffte es nicht runter zu kommen. U. a. war die Vorstellung bei Komplikationen einen medizinisch notwendigen Kaiserschnitt bekommen zu müssen eine pure Katastrophe. Auch mein Mann konnte mich nicht beruhigen. Ich verspürte außerdem den Drang mich mit allen verfügbaren Methoden meinen Körper und Geist auf die Geburt vorzubereiten, um mich sicherer zu fühlen. Ich war zuvor schon mal über einen Online Hypnobirthing Geburtsvorbereitungskurs gestolpert. Ich kaufte ihn mir und schon nach den ersten Übungen und Tagen fühlte ich mich entspannter. Ich merkte wie gut mir die Entspannungstechniken und Affirmationen taten und sog den Kurs in mich auf wie einen Schwamm. Auch zum Einschlafen verwendete ich Hypnobirthing Musik.

Ich fand wieder zu meiner inneren Ruhe und spürte, dass ich bei der Geburt auch von Hypnobirthing profitieren würde.

Ich machte mit meinem Baby aus: „Im August kannst du kommen wann du möchtest. Bis dahin ist es in meinem Bauch schöner für dich. Dort bist du besser aufgehoben.“ Parallel beschäftigte ich mich auch intensiv mit dem Geburtsverlauf und den Geburtspositionen, da es mir Sicherheit gab mich gut vorbereitet zu fühlen. Da meinem Mann das zu viel des Guten war fasste ich alles schön zusammen, damit er und auch ich während der Geburt nachlesen konnten was man ggf. noch ausprobieren konnte. Ich schrieb auch meine Geburtswünsche und was ich nicht wollte nieder. Ich hatte wieder das Gefühl mit meinem Baby ein Team zu bilden und die Geburt gemeinsam zu meistern.

Wir haben es in den letzten Schwangerschaftsmonat August geschafft.

Auch wenn ich irgendwann zuversichtlich war, so war ich froh, dass mein Baby kein Frühchen mehr war und ich mit meiner Wahlärztin in ihrer Vertragsklinik (die keine Frühgeburten betreuen) entbinden durfte. Mir gab es Sicherheit, dass eine Top Ärztin, die gleichzeitig sehr einfühlsam ist und der ich vertrauen kann, auf uns schauen wird, wenn es zu Komplikationen kommen sollte. Ich habe die Medikamente abgesetzt, durfte mich wieder so viel bewegen wie ich wollte und mich nun mit Dammmassage, Heublumen Dampfbad, Himbeerblättertee und Akupunktur auf die Geburt vorbereiten. Ab und an spürte ich wieder Übungswehen obwohl ich mich eigentlich noch schonte. Die Medikamente sollten noch 1 Woche nachwirken und dann keinen Einfluss mehr auf das Hinauszögern der Geburt nehmen. Und prompt… Am Samstag 8.8. weckten mich nachts bzw. in den frühen Morgenstunden das wiederholende Zusammenziehen meines Bauches. Da ich keine Schmerzen hatte und mir diese Art der Wehen bekannt war, hab ich dem keine große Bedeutung beigemessen. Ich dachte ev. an Senkwehen (im Nachhinein dachte ich: Wohin sollte er noch sinken? :-D), bin rasch wieder eingeschlafen ohne auch nur aufzustehen oder auf die Uhr zu sehen. Als ich in der Früh aufwachte hatte ich keine Kontraktionen mehr. Ich stand auf und verspürte deutlich stärkere Schmerzen im Kreuzbein als sonst. Ich dachte nur, dass das viele seitliche Liegen und die nicht vorhandene Bewegung nun endgültig Spuren hinterließen. Da ich meinen unteren Rücken im Liegen deutlich weniger spürte als in aufrechter Position legte ich mich wieder hin und finalisierte am Handy meine Zusammenfassung zu den Geburtspositionen und Entspannungstechniken. Gegen 18:00 Uhr bekam ich unregelmäßige schmerzlose Übungswehen. Ich telefonierte kurze Zeit später mit meiner Mutter. Sie war sich sicher, dass es los gehen würde. Ich war mir da nicht so sicher. Übungswehen hatte ich ja immer wieder. Doch kurze Zeit später überkam mich das Gefühl, dass sie Recht hatte und begann die Kliniktasche mit den Dingen, die ich täglich brauchte fertig zu packen. Um keine Unruhe aufkommen zu lassen, informierte ich mal niemanden über meinen Verdacht. Ab 20:00 Uhr kamen die Kontraktionen dann regelmäßig ungefähr alle 13 Minuten. Sie taten nicht weh. Gegen 21:00 Uhr gab ich meinem Mann und meiner Mutter Bescheid. Ich wollte meine digitalen Mitschriften aus den Geburtsvorbereitungskursen noch ausdrucken und mich dann schon mal hinlegen und mich in einen konzentrierten Modus der Tiefenentspannung begeben. Das Ausdrucken hatte aber mehrere Male nicht ganz funktioniert wie es sollte und so war ich noch eine Weile mit der Technik beschäftigt.

Noch war die Intensität der Kontraktionen sehr schwach und schmerzlos, sodass ich keine Probleme hatte mich frei zu bewegen.

Gegen 22:00 Uhr war meine Mutter bereits in unserer Gegend, um rasch bereit zu sein, uns in die Klinik zu fahren. Ich spürte die Aufregung in ihr. Ich schickte sie weg, damit ich mich endlich hinlegen konnte. Auch mein Mann war etwas unruhig, versuchte sich aber nichts anmerken zu lassen und überließ mir meinen Wunsch noch nicht in die Klinik zu fahren. Ich hingegen war völlig ruhig und machte Entspannungsübungen. So mühelos und tief wie in den Wochen davor konnte ich mich nicht entspannen, da ich mich auf meine Atmung, meinen Bauch und das Messen der Wehenabstände konzentrierte. Trotzdem blieb ich ruhig und locker. Um 22:30 kamen die Wehen nun alle 6-7 Minuten. Ich rief meine Gynäkologin an und informierte sie, dass wir uns auf den Weg zur Klinik machten. Da die Wehen sehr erträglich waren, klang meine Stimme völlig normal, was meine Ärztin nachträglich in dem Stadium verwunderte. Als ich vom Bett aufstand und zum WC ging, merkte ich, dass die Wehen plötzlich in viel kürzeren Abständen kamen. Nach dem WC Gang setzte ich mich kurz, und meinte zu meinem Mann: „Vielleicht hätten wir doch früher fahren sollen.“

Hier merkte ich zum ersten Mal, dass alles doch recht schnell ging. Ich blieb dennoch ruhig.

Während der Autofahrt zur Klinik war es dann schwer die Wehenabstände zu messen. Sie verschwammen regelrecht ineinander. So wie ich es mir gewünscht hatte, war es mucksmäuschenstill im Auto. Ich konnte mich ganz auf mich konzentrieren und die Wehen gut veratmen. Sie fühlten sich mittlerweile auch wie Menstruationsbeschwerden an, waren aber dennoch gut erträglich. Als wir gegen 23:00 Uhr vor der Klinik standen, hoffte ich, dass mein Muttermund schon weit geöffnet war. Ich sorgte mich erst am Anfang zu stehen und fragte mich, wie schlimm es dann fast ohne Wehenpausen wohl werden würde. Mein Mann fuhr mich in Begleitung einer Krankenschwester mit dem Rollstuhl zur Geburtenstation. Die Hebamme brachte uns in den Kreißsaal, da das CTG Zimmer schon belegt war. Als ich aufstand fing mein Kreuz- bzw. Steißbein extrem zu schmerzen an. Mein Mann kümmerte sich um jemanden, der mir ein Wärmekissen aufwärmte und massierte kurz mein Kreuzbein. Die Hebamme bot mir sofort eine PDA an. Da sie mich noch nicht mal untersucht hatte, fand ich das zu voreilig von ihr. Ich erklärte ihr, dass ich genau das eigentlich nicht wollte und versuchte aufgrund der Schmerzen mich innerlich schon mit dem Thema anzufreunden sollte der Muttermund noch nicht weit offen sein. Die vaginale Untersuchung ergab, dass er schon 8 cm geöffnet war. Ich freute mich, sah meinen Mann an und machte eine „Daumen hoch“ Geste. 👍 Damit war die PDA vom Tisch. Nun sollte ein CTG geschrieben werden. Ich legte mich in meinem gepunkteten Kleid, indem ich gekommen war auf den Geburtsstuhl. Meine Kreuzschmerzen waren aber so stark, dass ich nicht ruhig liegen bleiben konnte. Ich bog mich vor Schmerzen in alle Richtungen. Die Hebamme hatte Mühe die Herztöne zu finden. Eine Messung war fast unmöglich. Ob es irgendwann funktionierte oder nicht habe ich nicht mitbekommen, nur, dass sie irgendwann von mir abließ. Ich richtete mich auf, aber auch das half nicht wirklich. Die Kontraktionen im Bauch spürte ich seit den enormen Kreuzschmerzen gar nicht mehr. Ein Venenzugang sollte von der Krankenschwester gelegt werden, was sich ebenfalls schwierig gestaltete. Ich zappelte ständig hin und her. Sie meinte, dass wir auf die nächste Wehenpause damit warten und ich erwiderte ihr, dass da keine Pause ist. Die starken Schmerzen im Rücken blieben durchgehend. Wir schafften es dann auch so. Dann sollte nochmals ein CTG Messversuch erfolgen, aber die Liegeposition tat mir gar nicht gut. Es war unmöglich für mich still zu halten. Da sagte die Hebamme bestimmt und forsch, dass das jetzt wichtiger ist und ich die Schmerzen jetzt aushalten muss. Ich war entsetzt über die Art und Weise wie sie mit mir sprach, war aber zu sehr mit mir selbst beschäftigt um etwas zu sagen. Gleichzeitig wusste ich, dass sie nur versuchte ihren Job zu machen. Dass etwas mit den Herztönen des Babys nicht stimmen könnte, kam mir in diesem Moment keine Sekunde lang in den Sinn. Ob die Messung nun erfolgen konnte, wurde mir nicht mitgeteilt. Dann wurde mir von der Hebamme ein Schmerzmittel über die Vene angeboten und ich stimmte sofort zu. Das Wärmekissen war bisher auch noch nicht gekommen. Die Krankenschwester war sehr liebevoll und schlug aufgrund der enormen Beschwerden im Kreuz den 4-Füßler-Stand vor.

Ich erinnerte mich, dass diese Position Besserung verschaffen soll und dachte „Gute Idee“

Leider hatte die Position keinen Effekt erzielt und ich fühlte mich nicht wohl dabei. Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit in der vermeintlich nichts geschah – irgendwelche Dinge wurden vorbereitet oder dokumentiert oder dergleichen. Dann fragte ich, wann ich denn was bekäme und deutete auf meinen Venenzugang. Keine Reaktion. Dann kam die Hebamme, läutete nach weiteren Hebammen und meinte „Das Kind kommt jetzt.“ Ich dachte nur „Wie jetzt? Jetzt schon?“. Ich konnte es gar nicht glauben, dass wir schon im Endspurt waren. Es wurden noch keine Personalien von mir aufgenommen, kein Corona Abstrich genommen, hatte mich noch nicht umgezogen und einen Einlauf, den ich eigentlich wollte gemacht. Um mich herum standen plötzlich 4 Leute plus mein Mann. Meine betreuende Belegärztin war noch nicht da. Ich denke, deshalb meinte die Hebamme kleinlaut in die allgemeine Runde „Mir ist das jetzt wurscht. Wir bekommen jetzt das Kind.“ Mein Mann bekam die Aufgabe mir die Sauerstoff Maske im Gesicht zu halten und mich zu stützen. Dann ging es los und ich wusste gar nicht richtig warum. Ich spürte keine Wehe und keinen Drang zu pressen. Ich war in einer halbliegenden Position – nicht so ideal aber es funktionierte für mich. Eine Hebamme drückte an meinem Bauch, um das Baby anzuschieben und beim Rauskommen zu helfen. Eine andere kontrollierte das Herauskommen des Babys und den Damm. Eine weitere ging mal aus dem Kreißsaal und kam dann wieder. Wofür sie zuständig war bekam ich nicht mit. Und dann war da noch die Krankenschwester, die meinen Rücken stütze während ich presste und mir immer wieder Anweisung gab wie ich richtig pressen sollte. Das machte ich anscheinend nicht ganz richtig. Ich sollte dabei keinen Ton von mir geben. Doch ich wollte mein Baby sanft vorwärts schieben und auch einen Dammriss verhindern. So hatte ich es im Hypnobirthing gelernt und auch in klassischen Vorbereitungskursen konnte ich solche Ansätze erkennen. Da alles so schnell ging und ich keine Diskussion darüber beginnen konnte, versuchte ich einen Mittelweg zu finden. In den Wehenpausen fühlte ich mich richtig benommen und schlapp. Ich hielt die meiste Zeit meine Augen geschlossen, um in den Pausen Kraft zu sammeln oder mich beim Pressen zu konzentrieren. Nach einer Presswehe sah mein Mann wie ich die Augen nach hinten verdrehte und mich zurück auf die Rückenlehne legte. Er hatte die Befürchtung ich würde bewusstlos werden und sagte zu mir „Hey, da bleiben“. Aber ich war voll und ganz da. Ich fühlte mich nur irgendwie high und versuchte mich zu erholen und zu schonen. Die Hebammen reagierten nicht darauf. Nach der nächsten Presswehe sei es fast geschafft. Ich erklärte, dass sie mir sagen müssen wann die Wehe los ging, da ich nichts spürte. Aber das taten sie nicht. Ich orientierte mich an der Hebamme, die an meinem Bauch drückte und versuchte so gut wie möglich mitzumachen.

Um 23:50 brachte ich drei Wochen vor dem ET einen gesunden Jungen zur Welt.

Als ich mir in der Schwangerschaft vorstellte wie es wohl sein würde, wenn ich mein Baby zum ersten Mal sehe und auf die Brust gelegt bekomme, schossen mir die Tränen in die Augen. Doch ich war noch sehr lange wie high und erschöpft, dass mein Körper trotz Glücksgefühl keine Träne zuließ. Ich zitterte noch lange v. a. in den Beinen und redete und bewegte mich kaum, da es zu anstrengend war. Auch die Reaktion meines Mannes auf das Baby bekam ich nicht mit. Ich hätte gerne gesehen als ihm die Tränen kamen. Ich war nach der Geburt sehr dankbar über die Hilfe der Hebammen bei den Presswehen. Nachträglich stellte ich mir aber die Frage, ob das zusätzliche Drücken wirklich sein musste oder einfach mehr Zeit gebraucht hätte. Mein Mann meinte später, dass es insgesamt 4 Presswehen waren. Mir kam es nach mehr vor. Aber ich hatte im Traum nicht erwartet ohne Schmerzmittel und so rasch meinen kleinen Sohn auf die Welt zu bringen. Ich war und bin noch sehr glücklich darüber und stolz auf meinen Sohn und meinen Körper: „Vielen Dank, dass ihr das so gut gemeistert habt.“ Heute denke ich, dass mein Körper sich schon sehr lange im Vorfeld auf die Geburt stückchenweise vorbereitet hat und die Entspannung, die ich eigentlich schon seit der SSW 21 genoss und mit Hypnobirthing ihren Höhepunkt fand zur raschen Geburt beitrug. Lustig ist, dass ich schon relativ früh in der Schwangerschaft ohne ersichtlichen Grund den Gedanken hatte: „Schauen wir mal, ob das Baby früher kommt.“ Für mich ein weiteres Zeichen wie sehr der Körper tagtäglich mit uns kommuniziert. Man muss nur hinhören

Ich wünsche allen Schwangeren loslassen zu können, in euch zu ruhen, ein Urvertrauen in euren Körper zu haben und auf ihn zu hören. Eine Geburt ist wirklich so ein erfreuliches Ereignis und nichts wovor man Angst haben muss. Das habe ich aus meinen Erfahrungen mitgenommen.